exito AlpenCross 2018, Oberstdorf - Au im Bregenzer Wald

2. Etappe auf dem Weg vom Allgäu nach Nizza

24. Juli 2018

Letzte Woche stand die Fortsetzung unserer mehrjährigen Alpenüberquerung #exitoAlpenCross vom Allgäu nach Nizza im Kalender. Ein echtes Fernwander-Abenteuer durch fünf Länder – zunächst vier Etappen in den Ostalpen und dann mindestens 10-12 Etappen durch die gesamten Westalpen bis ans Mittelmeer. Eine Etappe besteht jedes Jahr aus vier Tagestouren – im Normalfall mit drei Hüttenübernachtungen. Die Alpenüberquerung folgt keinem bestimmten Weitwanderweg, sondern ist komplett selbst zusammengestellt. Die Route führt nicht möglichst schnell nach Nizza, sondern soll landschaftlich besonders reizvoll und abwechslungsreich werden. Die Tagesetappen sind mit 5-8 Stunden konditionell fordernd, die Wege durchaus technisch anspruchsvoll. Alles in allem eine echte Herausforderung für unsere Gipfelstürmer.

Die erste Etappe führte uns im Jahr 2017 von Pfronten nach Oberstdorf. Dieses Jahr stellten sich 22 Gipfelstürmer der sportlichen Herausforderung und gingen vier Tage lang auf Wanderschaft. 60 km und ca. 4.000 Höhenmeter galt es auf dem Weg von Oberstdorf nach Au im Bregenzer Wald zu bezwingen. Unter den Teilnehmern waren die Alumni Lukas und Bart sowie unser Team-Doc Thomas.

Am Donnerstag ging es in aller Früh mit dem Reisebus nach Oberstdorf - der Ort, an dem 2017 die erste Etappe endete. Bereits im Bus stellte sich direkt wieder das Abenteuer-Feeling aus dem letzten Jahr ein - alle waren heiß auf vier spannende Tage in den Bergen. Startpunkt war dieses Jahr die Heini-Kofler Skiflugschanze im Stillachtal (864 m). Das Allgäu zeigte sich bei herrlichem Sonnenschein direkt von seiner schönsten Seite. Die ersten Kilometer fallen in die Kategorie „Warmlaufen". Mit leichter Steigung ging es zunächst taleinwärts durch den Weiler Ringang und dann an der Stillach entlang von Faistenoy über Birgsau nach Einödsbach (1.114 m), den südlichsten Weiler Deutschlands. Hier hatten die Fahrwege ein Ende und der Wanderspaß begann mit dem Eintritt ins Rappenalptal erst so richtig. Auf der Petersalpe (1.296 m) zauberte Sennerin Verena mit ihrem Mann leckere Brotzeitplatten für unser Team. Herrlich! In der Nachmittagshitze kurbelten sich unsere Gipfelstürmer dann weitere 800 Höhenmeter hinauf bis zur Rappenseehütte (2.091 m). Der Aufstieg wurde von einem sagenhaften Bergpanorama begleitet, die Bergkulisse wirkte wie gemalt. Es wurde ein toller erster Hüttenabend inklusive Abkühlung im idyllischen Rappensee.

Der zweite Tag ging konditionell an die Substanz und war technisch durchaus anspruchsvoll. Pünktlich um 7 Uhr versammelte sich das Team bei beeindruckender Morgenstimmung vor der Rappenseehütte und nahm den ersten Tagesabschnitt über den Mutzentobel und den Schrofenpass zur Mindelheimer Hütte (2.013 m) in Angriff. Kaum mehr als 4 Stunden Gehzeit wurden für diese knackige Tour benötigt. Bis hierhin zeigte sich der Allgäuer Himmel wieder strahlend. Beim Mittagessen zogen Wolken auf und es tröpfelte sogar kurz. Um nicht in ein drohendes Gewitter zu geraten, ging es zackig über die Fiderescharte zur Fiderepasshütte (2.067 m). Nach unserer Ankunft startete ein heftiges Gewitter mit teilweise starkem Regen. Leckere Hüttenkost und ein stundenlanger Spieleabend rundeten den Tag ab. Am dritten Tag wurde der Abstieg ins Kleinwalsertal von leichtem Regen begleitet. Über die Fluchtalpe ging es insgesamt 800 Höhenmeter hinunter nach Mittelberg. Auf diesem Abschnitt musste sich verletzungsbedingt leider unser Team-Doc verabschieden. Gute Besserung, Thomas! Die 21 verbliebenen Gipfelstürmer verließen das Tal direkt wieder und stiegen hinauf zur Stutzalpe (1.500 m). Wieder ein absolutes Alm-Highlight. Gestärkt durch Almkäse, Speck, Kuchen und Buttermilch folgte im Anschluss der anspruchsvolle Teil des 3. Tages. Eine Gratwanderung über den Muttelbergkopf und die Ochsenhofer Köpfe bis zur Schwarzwasserhütte (1.620 m). Der Weg über den Grat war teilweise verblockt und erforderte durch die Nässe nach dem morgendlichen Regen erhöhte Vorsicht. Es wurde ein harter Abschnitt, der aber auch unheimlich viel Spaß machte. Abends hatte unsere Crew Besuch von Torsten von unserem Kunden und AlpenCross Ausrüstungspartner outdoortrends und verbrachte mit ihm erneut einen stimmungsvollen Hüttenabend. Am vierten Tag folgte dann mit müden Beinen der krönende Abschluss der 2. Etappe. Über den Gerlachsattel und das Neuhornbachjoch stiegen unsere Gipfelstürmer auf den Falzer Kopf (1.968 m), wo aus es quasi nur noch bergab ging. Auf der Unterdiedamsalpe (1.436 m) wurde zum Abschluss ein Alm-Mittagessen inklusive gemeinsamem Gesang zelebriert. Das „Auslaufen" nach Au komplettierte eine Tour voller Highlights, die noch ewig hätte weitergehen können ;-)

Die 2. Etappe knüpfte nahtlos an die Erlebnisse der Premiere an. 60 km und fast 4.000 Höhenmeter wurden von allen mit Bravour und Begeisterung gemeistert. Sportlich wurde Großartiges geleistet - schon seit Monaten hatten sich einige Team-Mitglieder konsequent auf die Herausforderung vorbereitet. Das Training hat sich ausgezahlt, die Leistungsdichte war erstaunlich. Für manche haben sich auch dieses Jahr wieder Grenzen verschoben, für alle waren die 4 Tage prägend und schüren jetzt schon Vorfreude für die Fortsetzung in 2019. Der Team-Spirit war enorm und die gegenseitige Unterstützung wirklich bemerkenswert. Mit dem Wetter hatten unsere Gipfelstürmer großes Glück - trotz schlechter Prognose wurde die Wandergruppe kaum nass.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Ausrüstungspartner outdoortrends für die kompetente Beratung bei der Ausstattung unserer Wanderer! Außerdem an alle Hüttenwirte für die äußerst schönen Aufenthalte und an Steidl Reisen für den sicheren Transport ins Allgäu und zurück.

Der AlpenCross war mehr als einfach nur eine 4-tägige Hüttentour - jeder Kilometer bedeutete einen Euro für kranke und schwerstbehinderte Kinder. Es ist ein „Geschenk", dass unsere Gipfelstürmer-Crew in der Lage ist, mit eigener Kraft auf der 4-tägigen Tour die Natur und die Berge zu erleben. Leider gibt es viele Kinder, für die das alles ein Traum bleiben wird. Auch an sie haben wir auf unserer Tour gedacht und haben die Alpenüberquerung zum Anlass genommen, für den Verein „Kinderschicksale Mittelfranken e. V." zu spenden. Für jeden gelaufenen Kilometer spenden wir einen Euro. Das macht bei 22 Teilnehmern und 60 Kilometern aufgerundet stolze 1.500 Euro, über die sich der Verein und die Kinder SEHR freuen. Ziel des Vereines ist es, schwerstbehinderten und kranken Kindern zu helfen und deren Familien in Notsituationen zu unterstützen. Die Unterstützung ist nachhaltig ausgerichtet. Es ist unser Ziel, den Verein Jahr für Jahr und Etappe für Etappe auf dem Weg nach Nizza zu unterstützen.

Nach dem AlpenCross ist vor dem AlpenCross. Die Planungen für die nächste Etappe ist bereits im Gange. 2019 startet die Route in Au und führt ins Montafon. Die Vorfreude ist bereits riesig ;-)