exito AlpenCross 2025, Gotthard-Passhöhe - Simplon-Passhöhe
8. Etappe auf dem Weg vom Allgäu nach Nizza
21. August 2025
Im Juli 2025 fand die 8. Etappe unserer mehrjährigen Alpenüberquerung #exitoAlpenCross vom Allgäu nach Nizza statt. Ein echtes Fernwander-Abenteuer durch fünf Länder – zunächst fünf Etappen in den Ostalpen und dann voraussichtlich 10-12 Etappen durch die gesamten Westalpen bis ans Mittelmeer. Eine Etappe besteht jedes Jahr standardmäßig aus vier oder fünf Tagestouren - als Herbergen dienen im Normalfall Alpenvereinshütten, teilweise auch private Berghäuser. Die Alpenüberquerung folgt keinem bestimmten Weitwanderweg, sondern ist komplett selbst zusammengestellt. Die Route führt nicht möglichst schnell nach Nizza, sondern hat den Anspruch, landschaftlich besonders reizvoll und abwechslungsreich zu sein. Die Tagesetappen sind mit bis zu neun Stunden konditionell fordernd, die Wege durchaus technisch anspruchsvoll. Alles in allem eine echte Herausforderung für unsere Gipfelstürmer.
Die ersten zwei Etappen führten uns 2017 und 2018 durch die Allgäuer Alpen, im ersten Jahr von Pfronten nach Oberstdorf, im zweiten Jahr von Oberstdorf über das Kleinwalsertal nach Au in den Bregenzer Wald. 2019 folgte eine Etappe durch das Lechquellengebirge und das Verwall, von Au im Bregenzerwald nach Bartholomäberg im Montafon. 2020 musste das Abenteuer auf Grund der Corona-Pandemie pausieren. Nach einem Jahr Unterbrechung wanderten unsere Gipfelstürmer 2021 im Rätikon und in der Silvretta von Bartholomäberg bis zum Berghaus Vereina. Kurz nach der Tilisunahütte überquerte die Weitwandergruppe erstmals die Grenze zur Schweiz und bewegte sich fortan im Kanton Graubünden. Die 5. Etappe führte 2022 vom Berghaus Vereina nach Juf. Eine anspruchsvolle 5-Tages-Etappe mit über 5.000 Höhenmetern - zunächst in der Silvretta, dann in den Albula-Alpen und ab Bivio in der Plattagruppe. Auf der 6. Etappe von Juf nach Vals führte die Route zunächst aus Graubünden erstmals kurz hinein nach Norditalien in die Provinz Sondrio. Auf dem Splügenpass betraten unsere Gipfelstürmer dann wieder den Kanton Graubünden und damit Schweizer Boden. Im Hinterrheintal bei Splügen (Region Viamala) stand die Gruppe dann auf der Grenze zwischen Ostalpen und Westalpen sowie gleichzeitig auf dem Weg von der Platta-Gruppe in die Adula-Alpen. Die 6. Etappe endete in Vals im Val Lumnezia. Die 7. Etappe im Jahr 2024 von Vals zur Gotthard-Passhöhe war eine 5-Tages-Route und verlief komplett auf Schweizer Boden. Zunächst einen Tag in Graubünden und dann 4 Tage im Tessin. Am Lukmanier-Pass verließen unsere Fernwanderer die Adula-Alpen und betraten die Gotthard-Gruppe. Die 7. Etappe endete auf der Gotthard-Passhöhe. Dieses Jahr (8. Etappe) verlief die Route zunächst einen Tag im Tessin und wechselt nach einer Übernachtung auf der Capanna Corno-Gries beim Gries-Pass nach einem Jahr Pause wieder zurück auf die italienische Seite. In der Provinz Verbano-Cusio-Ossola in der Region Piemont übernachteten unsere Fernwanderer im Rifugio Eugenio Margaroli (2.194 m), im Rifugio Enrico Castiglioni (1.640 m) und im Rifugio Citta di Arona (1.758 m). Über Furrgubäumlicke (2.685 m) führte die Route schließlich am finalen Tag zum Simplonpass (1.995 m) zurück in die Schweiz. Der Gebirgspass im Schweizer Kanton Wallis trennt die Walliser Alpen im Westen von der Leone-Gruppe im Osten. Die 87,6 km lange und damit bisher längste AlpenCross-Route mit offiziell 4.815 Höhenmetern war ein großer Schritt zum fernen Ziel nach Nizza an der französischen Mittelmeerküste. Die Gesamt-Route der Etappen 1-8 auf outdooractive: Pfronten - Simplon-Passhöhe
Auch bei der diesjährigen 8. Etappe erfolgte aus logistischen Gründen zum mittlerweile fünften Mal die Anreise bereits am Vortag des ersten Wandertages. Die 8. Etappe startete genau dort, wo die 7. Etappe im Vorjahr aufgehört hatte – auf der Gotthard-Passhöhe auf einer Höhe von 2.106 m. Als am späten Nachmittag unsere wanderhungrige Gipfelstürmer-Crew aus dem Reisebus stieg, stand Jochen nach einem 12-tägigen „Hike2Hike“-Abenteuer bereits zur Begrüßung auf der Passhöhe bereit. Unser Ruud saß ebenfalls nicht im Reisebus – er erreichte die Passhöhe nach seinem mittlerweile 4. „Bike2Hike“ nur wenige Minuten nach dem Reisebus. Jochen absolvierte auf seinem „Hike2Hike“ in 12 Tagen 350 km und 25.000 Höhenmeter. Die Route begann in San Jon bei Scuol im Unterengadin. Am ersten Tag ging es hinein in die Sesvennagruppe. Nach Nächten in S-Charl und Lü querte Jochen den Schweizer Nationalpark bis zur Chamanna Cluozza. Am 4. Tag folgte eine anspruchsvolle Überquerung der Fuorcla Val Sassa auf die andere Inn-Seite in die Albula-Alpen. Nach Nächten auf der Chamanna d’Es-cha und der Chamanna Jenatsch erreichte unser Weitwanderer Maloja im Oberengadin. Alpin ging es weiter durch die Platta-Gruppe nach Soglio, von dort touchierte er südlich den Lago di Lei. Nach einem kurzen Italien-Abstecher führte ihn die Route zurück nach Graubünden – zuerst nach Mesocco, dann ins Val Calanca. Es folgten herrliche Tage im Tessin – die Route führte über das Valle Blenio schließlich ins Valle Leventina. Am Tag der Anreise der Gipfelstürmer-Crew erreichte Jochen aus südlicher Richtung von Airolo kommend die Gotthard-Passhöhe. Die Anreise von Ruud war etwas kompakter. Am Vorabend der Abfahrt des Reisebusses stieg unser Niederländer in einen Nacht-Flixbus nach Zürich, wo er morgens um 05:00 Uhr noch im Dunkeln seine ambitionierte Radtour startete. Vorbei am Zürichsee und am Vierwaldstädtersee fuhr der Radsportler nach Süden und nahm dann erst den Grimselpass (2.163 m) und dann den Furkapass (2.429 m) in Angriff – bei teilweise 0 Sicht im Nebel ein waghalsiges Abenteuer. Von Andermatt aus folgte dann der finale Aufstieg auf die Gotthard-Passhöhe. Der Empfang seiner Team-Mitglieder erzeugte bei Ruud wahre Gänsehaut-Momente. Nach ca. 190 km und mehr als 4.200 Höhenmetern war ihm die Erleichterung deutlich anzumerken. Nach Bezug der Zimmer im Albergo San Gottardo folgte zum Abschluss des Anreisetages ein gemütliches Abendessen im Restaurant Prosa.
Nach einem ausgiebigen Frühstück versammelte sich die Weitwandergruppe am nächsten Morgen bei sehr kühlen Temperaturen und wolkenverhangenem Himmel zur ersten Streckenansprache vor dem Albergo San Gottardo. Die mit ca. 23 km längste Tages-Etappe führte von der Gotthard-Passhöhe auf dem Vier-Quellen-Weg hoch über dem Bedretto-Tal vormittags zunächst immer Richtung Südwesten zur Piansecco Hütte. Anfangs ging es entlang der Galerie der Gotthard-Passstraße, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Gleichzeitig hatte unser Team immer die historische Passstraße „Tremola“ im Blick - sie ist bekannt für ihre gut erhaltenen Kopfsteinpflaster-Serpentinen und gilt als längstes Baudenkmal der Schweiz. Die ersten Wanderkilometer waren eher unkompliziert - die Strecke führte zunächst ca. 10 km meist auf einem Natur-Fahrweg auf gleicher Höhe bleibend in das oberste Leventinatal. Ab der Alpe di Pesciora führte ein schmaler Pfad leicht abwärts, querte Bachläufe und stieg dann kurz darauf in Serpentinen wieder hinauf zum Zwischenziel Piansecco-Hütte, das nach 16 km erreicht wurde. Der Himmel war in den Morgenstunden zwar bewölkt, aber die Sonne zeigte sich immer wieder und sorgte dafür, dass unsere Gipfelstürmer schon bald die wärmende Kleidung ablegen konnten. Das Hütten-Team der Capanna Piansecco zauberte zur Mittagszeit für unser Team leckere „Piatto di Affettati e Formaggi“, Wurst- und Käseplatten, und als zweiten Gang verschiedene Gnocchi-Variationen. Im Anschluss zog Regen auf und ein kurzes Gewitter touchierte das Bedretto-Tal. Als ein Blitz in der Nähe unserer Gruppe in eine Hochspannungsleitung einschlug, legte die Gruppe erst einmal eine Sicherheitspause an einem Unterstand ein. Als der Himmel wieder aufklarte ging es durch Lärchenwäler und offene Weideflächen in leichtem Auf und Ab bis zur Alpe de Cruina an der Nufenenpassstrasse. Dort begann es nochmals zu regnen und der Himmel zog wieder zu. Zu diesem Zeitpunkt fehlten unseren Weitwanderern nur noch 2 km und 300 hm zum Tagesziel, der Capanna Corno Gries (2.338 m). Eine Gruppe entschied sich, den Aufstieg trotz des Wetters schnell hinter sich zu bringen. Eine zweite Gruppe verharrte noch etwas unter einer schützenden Straßenunterführung und kam dann kurze Zeit später nach. In der schützenden Hütte wurde die nasse Ausrüstung aufgehängt und die Lager bezogen. Beim Abendessen verwöhnte das Hütten-Team unsere Crew mit einem leckeren 3-Gang-Nachtessen, bevor man zum abendlichen Kartenspielen überging.
Am nächsten Morgen war der Himmel über der Capanna Corno Gries düster und wolkenverhangen, die Temperaturen waren kühl. Ganz ohne Panorama-Aussicht ging es auf einem schmalen Bergpfad hinauf zum Griespass, der auf 2.452 m die Grenze zwischen der Schweiz und Italien markiert. Vorbei am Griessee und dem Windpark Gries, der höchsten Windkraftanlage in Europa, führte ein steiler Pfad hinab ins Val Formazza (Piemont) über die Alpe Bettelmatt zum Stausee Lago di Morasco. Es blieb trocken, die Wolken lockerten von Zeit zu Zeit auf und die Sonne zeigte sich immer wieder mal kurz. Der Blick richtete sich anfangs immer wieder staunend zum Griesgletscher. Nach einer kurzen Pause am Nordufer des Stausees ging es hinauf zur Alpe Nefelgiù und von dort peu à peu steiler ansteigend durch felsiges, verblocktes Gelände hinauf zum Passo di Nefelgiù (2583 m). Oben angekommen genossen unsere Weitwanderer den herrlichen Blick auf den nächsten Stausee, den Lago Vannino. Das Etappenziel des 2. Tages, das Rifugio Margaroli, befand sich direkt neben der Staumauer ganz im Nordosten des Stausees. Nach 16 km und ca. 1.000 Höhenmetern mit meist trübem, bedecktem Himmel war zur Ankunft an der Hütte plötzlich die wärmende Sonne zu sehen und zu spüren. Was für ein schöner Moment! Hüttenwart Tiziano brachte leckeren Kuchen auf die Terrasse - purer Genuss nach einer tollen Tour. Auf ein leckeres, italienisches Abendessen folgte ein gemütlicher Spieleabend. Am nächsten Morgen tauchten alle pünktlich um 7 Uhr wieder beim Frühstück auf und waren um 07:30 Uhr bereit für eine landschaftlich herausragende Wanderung über 4 Pässe zur Alpe Devero. Auch an Tag 3 waren die Temperaturen kühl - zusätzlich nieselte es auf der ersten Streckenhälfte immer wieder. Dicke, graue Wolken verdeckten erneut die umliegenden Berggipfel. Nach 300 Höhenmetern standen unsere Gipfelstürmer bei starkem Wind und Nieselregen auf dem ersten Übergang, dem Passo Busin (2.493 m) - unter diesen Umständen kein Ort für eine Pause. Es ging daher direkt weiter zum zweiten Pass, Bocchetta della Valle (2.574 m). Auch hier war es wetterbedingt eher ungemütlich. Nach kurzer Rast folgte der Abstieg zum Passo Pojala (2.414 m) und von dort direkt weiter zum Lago di Pojala. Eigentlich war hier eine Badestopp eingeplant. Es regnete zwar nicht mehr und der Himmel war heller, trotzdem wagte kein Gipfelstürmer den Sprung ins kalte Nass. Durch blumenreiche Alpweiden führte die Strecke über die Alpe Pojala zum vierten und letzten Pass des Tages, der Bocchetta di Scarpia (2.248 m). Nach 16 km erreichte die Gruppe bei Sonnenschein den kleinen, romantischen Ort Crampiolo. Der Zwischenstopp in einem der Restaurants wurde zu einem echten Highlight. Auf der Terrasse wurde das Team mit italienischen Spezialitäten rundum verwöhnt. Wunschlos glücklich waren die letzten 1,5 km zur Alpe Devero eine Art „Auslaufen“ zum Tagesziel, dem Rifugio Enrico Castiglioni. Kurz nach der Ankunft unserer Wanderer bekam die Gruppe Zuwachs. Die drei „Nachzügler“ Amanda, Thomas und Manuel - erfahrene AlpenCross-Fans - reisten an, um die letzten beiden Tagesetappen mit dabei zu sein. Gleichzeitig musste sich Vera planmäßig ausklinken und am Folgetag die Heimreise antreten.
An Tag 4 stand eine Genuss-Tour mit 2 Pass-Überquerungen durch den „Parco Naturale Veglia e Devero“ auf dem Programm. Auf der Wanderung von der Alpe Devero zur Alpe Veglia blieben unsere Gipfelstürmer vom Regen verschont - es war auf der gesamten Tagestour wolkig mit sonnigen Abschnitten. Die Temperaturen waren jedoch erneut kühl und teilweise blies ein starker und fast schon peitschender Wind. Von Piedemonte, einem Dörfchen am Rande von Devero, führte ein erster Anstieg unsere Gruppe durch einen dicht bewachsenen Hang etwa 300 Höhenmeter hinauf in das Buscagna-Hochtal. Eine herrliche Landschaft - blühende Wiesen, Wasserfälle und ein mäandernder Bach! Es folgte ein weiterer Anstieg mit ca. 300 Höhenmetern, dieses Mal deutlich steiniger. Vom zweiten Hochtal aus gelangten unsere Gipfelstürmer dann recht sanft auf den Sattel Scatta d'Orogna (2.462 m), wo sich ein wunderschönes Panorama eröffnete. Einige Team-Mitglieder statteten von hier aus dem nahen Gipfel Punta d'Orogna (2.474 m) einen kurzen Besuch ab. Nach verdienter Pause an einem windstillen Ort nahe des Sattels ging es zunächst über eine steile Flanke und im Anschluss über ein Blockfeld hinunter in ein ausgetrocknetes Bachbett. Von dort direkt wieder hinauf an einem steilen Hang entlang, an einem Felsen durch eine Kette gesichert, bis zum Passo di Valtrenda (2.431 m). Windgeschützt folgte hier die nächste Rast ein paar Meter unterhalb des Passes. Der Abstieg zur Alpe Veglia führte zunächst durch verblocktes Gelände, dann über viele enge und steile Serpentinen hinab in einen Lärchenwald. An der Alp Plan Du Scricc erlebten unsere Wanderer unverhofft eine Käseverkostung vom Feinsten durch den Älpler Daniele - ein tolles Erlebnis voller Gastfreundschaft. Durch einen traumhaft schönen Bergwald, parallel zum rauschenden Bach, verliefen die letzten Kilometer hinunter zur Alpe Veglia. Nach sehr freundlichem Empfang in der Alpenvereinshütte Rifugio Città di Arona genossen unsere Gipfelstürmer direkt nach der Ankunft Wurst- und Käseplatten sowie leckeren, hausgemachten Kuchen. Es folgte ein ausgelassener Abend, an dem unsere Weitwanderer das Geburtstagskind Xavier feierten.
Für Tag 5 stand dem Gipfelstürmer-Team neben der Original-Route - über Furggubäumlicke zum Simplonpass - eine Alternativ-Route mit direktem Abstieg nach Iselle Stazione zur Auswahl. Nach ausgiebigem, nächtlichem Regen prognostizierte der Regenradar ein Ausklingen des Regens kurz nach 7 Uhr. Frohen Mutes startete die Simplon-Gruppe daher um 06:30 Uhr bei leichtem Regen den Aufstieg zur Furggubäumlicke. Zum Regen kam bald ein peitschender Wind. Entgegen der Vorhersage stoppte der Regen nicht, sondern verwandelte sich mit zunehmender Höhe in Graupel. Unangenehmer als der Niederschlag war jedoch der böige, starke und sehr kalte Wind. Im Wissen, dass auf der Scharte eine schützende Steinhütte steht, eilten unsere Wanderer in ca. 2 Stunden bis auf den Übergang und wärmten sich bei 3 Grad Innentemperatur etwa 1,5 Stunden in der Hütte auf. Im Anschluss galt es, den zeitweise ausgesetzten und immer wieder seilversichterten Abstieg in Ruhe und mit Vorsicht anzugehen. Auf der Schweizer Seite der Scharte war es - oh wie schön - fast windstill und der Regen ließ schnell nach. Die technische Passage war nach ca. 30 Minuten bezwungen und schon bald kam sogar die Sonne zum Vorschein. Nach gemeisterter Herausforderung folgten noch 3 Stunden Auslaufen bis zur Simplon-Passhöhe. Die Iselle-Gruppe war in der Zwischenzeit über 1.000 hm mit herrlichen Weitblicken ins Tal abgestiegen. Am Fuße des Simplonpasses auf italienischer Seite nahmen sie das Postauto, um auf der Passhöhe die Simplon-Gruppe zum gemeinsamen Abschlussessen im Hotel Monte Leone zu treffen. Dort wurden lebhaft die Erlebnisse der letzten Stunden ausgetauscht und Burger, Pasta, Fondue und Co. gespeist. Der Reisebus brachte die müden Gipfelstürmer schließlich über den Furkapass, Andermatt, Zürich und Stuttgart zurück nach Nürnberg in die fränkische Heimat.
Wie immer das Allerwichtigste: Auch bei der 8. Etappe gab es keine ernsthaften Verletzungen. Ein Gipfelstürmer musste die Tour wegen Knieproblemen vorzeitig abbrechen - ansonsten sind alle wieder gesund und unverletzt zu Hause in Nürnberg angekommen. Die Route startete und endete dieses Jahr in der Schweiz, der Großteil der Strecke verlief jedoch durch Norditalien. Das Wetter war durchwachsen - in Summe hatten unsere Weitwanderer aber Glück mit den Wetterbedingungen. Ein kurzes Gewitter mit Blitzeinschlag in der Nähe an Tag 1 sowie böiger, eiskalter Wind mit Regen und Graupel an Tag 5 zeigten mal wieder, dass erstens immer ein Restrisiko besteht und zweitens adäquate Ausrüstung unabdingbar ist. Insgesamt hielten sich die Regenstunden in Grenzen und die Sonne tauchte immer wieder mal auf – einzig die Temperaturen waren für die Jahreszeit durchgehend ungewöhnlich tief und immer wieder nahe an der 0-Grad-Marke. Die Routen waren wenig frequentiert, die Wegführung war landschaftlich besonders reizvoll und die Bergpanoramen auch dieses Mal wieder kaum zu übertreffen. Flora und Fauna waren beeindruckend – Highlights waren Edelweiß am Wegesrand und mehrere Steinbock-Sichtungen. Neben toller Gastfreundschaft wird vor allem die hervorragende italienische Küche allen Gipfelstürmern in Erinnerung bleiben. Es war mal wieder alles geboten - Momente des Glücks und Momente des Leidens. Speziell der Aufstieg zur Furggubäumlicke bei tobendem, eiskaltem Wind mit Graupel und der anschließende technische Abstieg bei nassen Bedingungen war für manche eine Grenzerfahrung. Durch gegenseitige Unterstützung wurden aber auch schwierige Situationen gemeistert. In Summe 5 Tage Natur- und Berggenuss deluxe – die 8. Etappe geht als echtes Bergabenteuer in die exito Geschichtsbücher ein.
Ein besonderes Dankeschön geht auch dieses Jahr an unseren Ausrüstungspartner outdoortrends für die kompetente Beratung bei der Ausstattung unserer Wanderer! Auch dieses Jahr wieder ein spezielles Dankeschön an Dominik für die grandiosen Drohnen-Videos. Außerdem geht ein riesengroßes Dankeschön an alle Gastgeber für die sehr, sehr schönen Aufenthalte in den alpinen Unterkünften.
Der AlpenCross war auch dieses Jahr mehr als einfach nur eine 5-tägige Wandertour - jeder Kilometer bedeutete einen Euro für kranke und schwerstbehinderte Kinder. Es ist ein „Geschenk", dass unsere Gipfelstürmer-Crew in der Lage ist, mit eigener Kraft auf der 5-tägigen Tour die Natur und die Berge zu erleben. Leider gibt es viele Kinder, für die das alles ein Traum bleiben wird. Auch an sie haben wir auf unserer Tour gedacht und haben die Alpenüberquerung zum Anlass genommen, für den Verein „Kinderschicksale Mittelfranken e. V." zu spenden. Für jeden gelaufenen Kilometer spenden wir einen Euro. Das macht bei 21 Teilnehmern und zahlreichen Punkte aus der offiziellen Vorbereitungs-Challenge aufgerundet stolze 2.000 Euro, über die sich der Verein und die Kinder SEHR freuen. Ziel des Vereines ist es, schwerstbehinderten und kranken Kindern zu helfen und deren Familien in Notsituationen zu unterstützen. Die Unterstützung ist nachhaltig ausgerichtet. Es ist unser Ziel, den Verein Jahr für Jahr und Etappe für Etappe auf dem Weg nach Nizza zu unterstützen.
Nach dem AlpenCross ist wie jedes Jahr vor dem AlpenCross. Die Planungen für die 9. Etappe sind bereits wieder voll im Gange. Nach aktuellem Stand heißt das Ziel 2026 Alagna (1.205 m) im Tal Valsesia in Italien (Piemont, Provinz Vercelli). Von dort soll es 2027 in Richtung Aosta-Tal gehen und damit ein ganzes Stück in Richtung Mittelmeer. Die Côte d'Azur und der Badestrand in Südfrankreich kommen näher …
Route der 8. Etappe 2025 auf outdooractive: exitoAlpenCross 2025, Gotthard-Passhöhe - Simplon-Passhöhe.
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#exitoAlpenCross, Fernwanderung vom Allgäu nach Nizza
Etappe 1, 2017: Pfronten - Oberstdorf
Etappe 2, 2018: Oberstdorf - Au im Bregenzer Wald
Etappe 3, 2019: Au im Bregenzer Wald - Bartholomäberg im Montafon
Etappe 4, 2021: Bartholomäberg im Montafon - Berghaus Vereina
Etappe 5, 2022: Berghaus Vereina - Juf im Avers
Etappe 6, 2023: Juf im Avers - Vals
Etappe 7, 2024: Vals - Gotthard - Passhöhe
Etappe 8, 2025: Gotthard-Passhöhe - Simplon-Passhöhe

