exito AlpenCross 2021, Bartholomäberg im Montafon - Berghaus Vereina

4. Etappe auf dem Weg vom Allgäu nach Nizza

03. August 2021

Nach einem Jahr corona-bedingter Unterbrechnung stand Ende Juli 2021 endlich wieder unsere mehrjährige Alpenüberquerung #exitoAlpenCross vom Allgäu nach Nizza im Agentur-Kalender. Ein echtes Fernwander-Abenteuer durch fünf Länder – zunächst fünf Etappen in den Ostalpen und dann mindestens 10-12 Etappen durch die gesamten Westalpen bis ans Mittelmeer. Eine Etappe besteht jedes Jahr standardmäßig aus vier Tagestouren – im Normalfall mit drei Hüttenübernachtungen. Die Alpenüberquerung folgt keinem bestimmten Weitwanderweg, sondern ist komplett selbst zusammengestellt. Die Route führt nicht möglichst schnell nach Nizza, sondern soll landschaftlich besonders reizvoll und abwechslungsreich werden. Die Tagesetappen sind mit bis zu neun Stunden konditionell fordernd, die Wege durchaus technisch anspruchsvoll. Alles in allem eine echte Herausforderung für unsere Gipfelstürmer.

Die ersten zwei Etappen führten uns 2017 und 2018 durch die Allgäuer Alpen, im ersten Jahr von Pfronten nach Oberstdorf, im zweiten Jahr von Oberstdorf über das Kleinwalsertal nach Au in den Bregenzer Wald. 2019 folgte eine Etappe durch das Lechquellengebirge und das Verwall, von Au im Bregenzerwald nach Bartholomäberg im Montafon. 2020 musste das Abenteuer auf Grund der Pandemie pausieren. Umso größer war die Vorfreude auf die 4. Etappe im Jahr 2021. 25 Gipfelstürmer - inklusive zwei Begleiter im "Action Van" - stellten sich der sportlichen Herausforderung und wanderten vier Tage im Rätikon und der Silvretta. Nach dem Start in Vorarlberg (Österreich) überquerte unsere Weitwandergruppe am ersten Tag an der Tilisunahütte die Grenze zur Schweiz und bewegte sich fortan in Graubünden. Geplant waren 64,6 km und extra-knackige 5.367 Höhenmeter von Bartholomäberg zum Flüelapass. Erstmals ging der Plan am Ende nicht auf - die Natur machte unseren Gipfelstürmern einen Strich durch die Rechnung. Kurz vor den Jöriseen wurde unser Team von Blitz und Donner gestoppt, so dass die Etappe offiziell am Berghaus Vereina beendet wurde.

Erstmals fand die Anreise aus logistischen Gründen bereits am Vorabend des ersten Wandertages statt. Der Reisebus brachte unser Team dieses Mal nach Bartholomäberg im Montafon, wo die dritte Etappe im Jahr 2019 endete. Nach der Ankunft im JUFA Hotel Montafon wanderten unsere 25 „Gipfelstürmer" ca. 300 Höhenmeter hinauf zum Fischerstöbli, wo die Wirte Charly und Svetlana einen Grillabend vorbereitet hatten. Am nächsten Morgen wurde es dann "ernst". Für mehr als die Hälfte der Teilnehmer war es die erste AlpenCross Etappe - für manche war es sogar die erste erwähnenswerte Wanderung. Bei idealem Wanderwetter brach die Gruppe um 7 Uhr in Richtung Rätikon auf. Es wartete direkt ein wirklich knackiger Anstieg auf das Team. Bis zum Mittagessen auf der Tilisinahütte mussten fast 1.650 Höhenmeter bezwungen werden. Landschaftlich reizvoll ging es von Bartholomäberg (646 m) aus durch die Rasafeischlucht, vorbei an der Alpilaalpe hinauf zum Tobelsee und von dort über den Schwarzhornsattel (2.166 m) zur Tilisunahütte (2.211 m). Gestärkt folgte am Nachmittag der Grenzübertritt nach Graubünden über das Tilisunafürkele (2.230 m). Ab hier ging es nur noch bergab zum Partnunsee mit obligatorischem Badestopp und im Anschluss zum Berghaus Alpenrösli (1.775 m), der ersten Unterkunft. Nach der ersten Hüttennacht ging es am Freitag extra-früh in die Wanderschuhe. Schon um 06:30 Uhr startete der Wandertag und die Gruppe nahm Kurs auf den Riedchopf (2.552 m) und von dort auf den Grat in Richtung Madrisa. Es war die Königstour der 4. Etappe - auf Grund der Sonne am wolkenlosen Himmel besonders anstrengend und kräftezehrend. Nach der Riedchopf-Besteigung folgte ab 09:30 Uhr eine Wanderung von Joch zu Joch. Das Auf und Ab kostete immer wieder viel Kraft, die Landschaft und das Panorama entschädigten aber für die Strapazen. Nach dem Überschreiten des St. Antönier Jochs (2.379 m) und der Rast am Gafier See folgten das Gafier Joch (2.415 m) und schließlich das Rätschenjoch (2.602 m). 1.000 m Abstieg nach sieben Stunden Aufstieg und Gratwanderung brachten einige Gipfelstürmer an ihre Grenzen - am Ziel im Berghaus Erika am Schlappiner See war die Schinderei aber wie so oft schnell wieder vergessen und es folgte ein sehr ausgelassener Abend.

Am dritten Tag teilte sich die Wandergruppe am Vormittag auf. Ein extra-ambitioniertes Quintett startete bereits um 05:15 Uhr und nahm auf dem Weg zur Alp Garfiun den Älpeltispitz (2.686 m) mit. Ein herrlicher Moment für Stefan, Steffen, Jonas, Ruud und Robert, bereits um 8 Uhr auf dem Gipfel zu stehen. Der Großteil der Gipfelstürmer wanderte am dritten Tag von Schlappin aus oberhalb von Monbiel zur Alp Garfiun, wo sich die Wege wieder vereinten. Ab dort waren auch Christoph und Jochen - die Unterstützer aus dem Begleitfahrzeug - auf dem Wanderweg dabei. Nach dem Mittagessen an der Alp Garfiun folgten 600 Höhenmeter Aufstieg zum Berghaus Vereina (1.944 m) - zunächst in der Sonne, in der zweiten Hälfte dann aber erstmals auf der 4. Etappe im Regen. Der folgende Abend wurde mehr als ausgelassen, inklusive bis dahin unbekanntem "Flämmli-Ritual". Manchen blieb nur wenig Zeit für Schlaf, da um 7 Uhr das Frühstück vorbereitet war. Der letzte Tag hielt ein Novum bereit. Eigentlich sollte eine unvergleichlich schöne Wanderung über die Jöriseen zum Flüelapass den krönenden Abschluss der Tour bilden. Der Wettergott hatte aber andere Pläne - ein unkalkulierbares Gewitter zwang unsere Gruppe kurz vor den Jöriseen zum Umdrehen. Blitz und Donner, tiefe Temperaturen sowie Starkregen machten den vierten Tag zu einem ungemütlichen Erlebnis. Nach dem Aufwärmen und einer Mahlzeit brachte das Alpintaxi unsere Weitwanderer zurück nach Klosters, von wo aus der Reisebus unplanmäßig zurück nach Nürnberg fuhr. Das geplante Abschlussessen im Flüela Hospiz musste so leider ausfallen, wird aber nächstes Jahr definitiv nachgeholt.

Die 4. Etappe war zwar durch den vorzeitigen Abbruch etwas kürzer, brach aber dennoch mit ca. 5.000 m alle bisherigen Höhenmeter-Rekorde bisheriger Etappen. Es war konditionell sehr anspruchsvoll, besonders die Gratwanderung am zweiten Tag lockte einige unserer Gipfelstürmer aus der Komfortzone. Durch den enormen Team-Zusammenhalt wurden am Ende alle Herausforderungen mit Bravour gemeistert. Traumhaft schöne Landschaft, spektakuläre Panoramen und tolle Schweizer Gastfreundschaft werden die Erinnerungen prägen. Und am Ende hat die Natur unseren Gipfelstürmern gezeigt, dass auf einer solchen Tour nicht alles planbar ist.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Ausrüstungspartner outdoortrends für die kompetente Beratung bei der Ausstattung unserer Wanderer! Ein Extra-Dankeschön an Torsten für den mittlerweile dritten Besuch auf der AlpenCross-Strecke und für die spontane Kleber-Besorgung im Baumarkt, ohne die zwei unserer Wanderer ohne funktionstüchtige Schuhe ein "Problem" gehabt hätten. Außerdem geht ein großes Dankeschön an alle Gastgeber für die äußerst schönen Aufenthalte.

Der AlpenCross war auch dieses Jahr mehr als einfach nur eine 4-tägige Hüttentour - jeder Kilometer bedeutete einen Euro für kranke und schwerstbehinderte Kinder. Es ist ein „Geschenk", dass unsere Gipfelstürmer-Crew in der Lage ist, mit eigener Kraft auf der 4-tägigen Tour die Natur und die Berge zu erleben. Leider gibt es viele Kinder, für die das alles ein Traum bleiben wird. Auch an sie haben wir auf unserer Tour gedacht und haben die Alpenüberquerung zum Anlass genommen, für den Verein „Kinderschicksale Mittelfranken e. V." zu spenden. Für jeden gelaufenen Kilometer spenden wir einen Euro. Das macht bei 25 Teilnehmern und ca. 60 Kilometern aufgerundet stolze 2.000 Euro, über die sich der Verein und die Kinder SEHR freuen. Ziel des Vereines ist es, schwerstbehinderten und kranken Kindern zu helfen und deren Familien in Notsituationen zu unterstützen. Die Unterstützung ist nachhaltig ausgerichtet. Es ist unser Ziel, den Verein Jahr für Jahr und Etappe für Etappe auf dem Weg nach Nizza zu unterstützen.

Nach dem AlpenCross ist wie immer vor dem AlpenCross. Die Planungen für die nächste Etappe sind bereits voll im Gange. 2022 erweitern wir die Etappe um einen Tag und starten bereits am Mittwoch am Berghaus Vereina. Über den Flüelapass, die Grialetschhütte, die Keschhütte und die Elahütte geht es auf die Alp Flix und von dort nach Juf. Wann ist endlich Juli 2022? ;-)

Unser Stefan hat für die ersten drei Tage der 4. Etappe ein Video geschnitten: Tag 1 | Tag 2 | Tag 3


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